Ehrenamtspreis 2004 (Rheinland-Pfalz)
Ministerium des Innern und für Sport
30.07.2004
Ehrenamt
Zuber lobt Ehrenamtspreis für herausragende kommunale Projekte aus
"Bürgerschaftliches Engagement ist eine unverzichtbare Bedingung für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Dazu tragen mehr als eine Million Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer bei. Sie alle engagieren sich freiwillig, unentgeltlich und in ihrer Freizeit", sagte Innenminister Walter Zuber bei der Vorstellung des Landeswettbewerbs "Ehrenamtspreis für herausragende kommunale Projekte", den er erstmals auslobt. "Mit diesem Wettbewerb möchte ich die rheinland-pfälzischen Kommunen dazu anregen, das lokale Engagement noch stärker zu würdigen, zu fördern und öffentlich zu machen, aber auch gelungene Ehrenamts-Projekte landesweit bekannt machen. Der Wettbewerb soll also nicht zuletzt eine umfangreiche Ideensammlung rund ums Ehrenamt vor Ort zum Ergebnis haben, zum Nutzen aller Kommunen und Ehrenamtlichen im Land", so der Minister. Teilnahmeberechtigt seien die Ortsgemeinden, Verbandsgemeinden und Kreise des Landes. Das Preisgeld staffele sich in einen ersten Preis mit 5.000 Euro, einen zweiten mit 2.500 Euro, einen dritten mit 1.000 Euro und einen Sonderpreis für ein herausragendes Projekt im Jugendbereich mit 1.500 Euro. Die Preisgelder seien für die weitere Arbeit im Ehrenamtsbereich zu verwenden. Die Ausschreibungsunterlagen würden in den kommenden Tagen an die Kommunen verschickt. Einsendeschluss sei der 5. Oktober.
Zuber begründete die Auslobung des Preises damit, dass der Schwerpunkt des freiwilligen Engagements auf der kommunalen Ebene liege, da die Stadt oder das Dorf für die Bürgerinnen und Bürger nach wie vor der wichtigste Bezugspunkt im täglichen Leben sei. "Wir sehen es daher als unsere vordringliche Aufgabe an, das Engagement im kommunalen Bereich kontinuierlich weiterzuentwickeln und zu fördern", so Zuber weiter. Der Wettbewerb solle dazu beitragen, beispielhaftes ehrenamtliches Engagement auf der kommunalen Ebene anzuerkennen, Impulse für neue Initiativen geben und auf die unbegrenzten Möglichkeiten freiwilligen Engagements hinweisen. Gesucht würden kommunale Projekte und Vorschläge - gleich ob bereits realisiert oder noch in Planung - die auf beispielhafte Weise das Ehrenamt stärkten oder neue Wege beschritten. Hierbei könne es sich um besondere Arten der Förderung oder Vermittlung ehrenamtlichen Engagements handeln, um besondere Formen der Anerkennungskultur, um unkonventionelle Wege, junge Menschen ans freiwillige Engagement heranzuführen, und vieles mehr. Die Kriterien des Wettbewerbs seien bewusst weitläufig gefasst, um die Vielfältigkeit des ehrenamtlichen Engagements nicht zu beschneiden und reichhaltige Anregungen zu erhalten.
Mit diesem Wettbewerb unterstreiche die Landesregierung, dass sie die Stärkung und den weiteren Ausbau ehrenamtlichen und bürgerschaftlichen Engagements als ständige politische Aufgabe ansehe. "Es wird unser vorrangiges Ziel bleiben, die Ehrenamtlichen dauerhaft zu ermutigen und zu unterstützen. Dafür halten wir ein vielfältiges Bündel von Maßnahmen bereit, das laufend fortentwickelt wird. Aber auch die rechtlichen Rahmenbedingungen müssen stimmen. Hier hat die Landesregierung ihre Hausaufgaben gemacht", hob Zuber hervor. Beispielhaft führte er an, dass die Beschäftigten für Ehrenämter, die im besonderen öffentlichen Interesse liegen, großzügig freigestellt würden. Mit einer sehr flexiblen Arbeitszeitregelung werde die Vereinbarung von Beruf und ehrenamtlichem Engagement in allen anderen Bereichen ermöglicht. Die rheinland-pfälzischen Regelungen für das kommunale Ehrenamt seien bundesweit beispielhaft. Die Anerkennung von Eigenleistungen als Bestandteil des Eigenanteils bei förderfähigen kommunalen Projekten sei ebenfalls ein wichtiges Element bei der Ehrenamtsförderung, ebenso wie die weitgehende Entbürokratisierung bei der Abwicklung von Förderanträgen. Einige dieser rheinland-pfälzischen Regelungen würden auch im Abschlussbericht der vom Deutschen Bundestag eingesetzten Enquete-Kommission "Zukunft des bürgerschaftlichen Engagements" als vorbildlich erwähnt. Zu Beginn des Jahres habe die Landesregierung einen Sammelversicherungsvertrag für Ehrenamtliche abgeschlossen. "Nun sind insbesondere die in Projekten und Initiativen Tätigen und alle, die in rechtlich unselbstständigen Strukturen aktiv sind, haftpflichtversichert. Die Unfallversicherung gilt für alle Ehrenamtlichen. Damit wurde ein wichtiger Schritt für die Absicherung der Ehrenamtlichen verwirklicht". Dies alles belege, dass die Förderung des Ehrenamts hohe politische Priorität für die Landesregierung habe, so der Minister abschließend.

