Grenzenlos eins

Pfadfinder setzen sich ein für die Einheit Deutschlands

Neuss (DPSG/AT/GH) Im Rahmen der Jahresaktion 2003 "grenzenlos1“ der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) haben Kinder und Jugendliche aus ganz Deutschland an einem 78 Tage langen Hike teilgenommen. Der Hike fand in den Sommermonaten statt und war ein Teil der Jahresaktion, deren Schwerpunkt "Pfadfinden in ganz Deutschland“ ist.

Die Jahresaktion 2003 "grenzenlos1 – Flinke Hände, flinke Füße quer durch Deutschland“ der DPSG soll Kinder und Jugendliche, 14 Jahre nach der Wiedervereinigung, erneut auf den Weg zur deutschen Einheit schicken. "Noch heute sind die Folgen der Mauer zu spüren“, erklärt Ute Theisen, Bundesvorsitzende der DPSG. "Unkenntnis über die Situation in anderen Teilen Deutschlands, Fremdheit untereinander und wenige Kontakte prägen immer noch das Bild.“

In der Begegnung untereinander und dem gegenseitigen kennen lernen sieht die DPSG die einzige Chance, Schritte zu einem wirklichen Frieden zu gehen. "Nur da, wo Menschen sich näher kommen und schon Kinder und Jugendliche den Reichtum anderer Gegenden, aber auch anderer Kulturen oder Religionen entdecken, wird ein verantwortungsvolles Miteinander möglich“, betont Stephan Jentgens, Bundesvorsitzender der DPSG.

Deshalb fördert die DPSG auch die Entwicklung des Pfadfindertums in den östlichen Bundesländern. Der Hike durch 14 Bundesländer wollte gerade in den neuen Bundesländern auf diese Form des Verbandslebens aufmerksam machen. Es wird nun die Aufgabe sein, neu entstehende Gruppen zu fördern und zu unterstützen. "Dabei darf gerade die Kirche sie nicht im Stich lassen – aber auch die Politik muss sich überlegen, welche Signale sie gegenüber Kindern und Jugendlichen setzt“, mahnt Guido Hügen OSB, Bundeskurat der DPSG, an. Die anstehenden Kürzungen verhindern nicht nur neues Wachsen, sondern auch den Fortbestand einer guten Jugendarbeit in vielen Teilen Deutschlands. "So tragen wir dazu bei, aus Kindern und Jugendlichen mündige und selbstbewusste Bürgerinnen und Bürger zu machen“, betont Hügen.

Jentgens fordert deshalb die Verantwortlichen in Kirche und Gesellschaft auf, klare Optionen zu treffen – und in die Jugend zu investieren. "Sie ist nicht nur Zukunft, sondern auch schon Gegenwart unserer Gesellschaft!“

"Gesellschaft wächst aus dem verantwortungsvollen Miteinander und dem Engagement füreinander. Hier setzen wir Zeichen aus der Botschaft des Evangeliums und der Verantwortung für die Gesellschaft heraus“, erklärt Ute Theisen. "Die weltweite Bewegung des Pfadfindertums bietet den Rahmen für ein Zusammenwachsen, das weit über die Grenzen Deutschlands hinausgeht.“ Zu Recht haben deshalb in ihren Augen die Pfadfinder den Anspruch „Friedenspfadfinder“ zu sein.

Erklärung

des Bundesvorstandes der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) zum 3. Oktober 2003

Der Tag der Deutschen Einheit weist uns hin auf das, was seit der Wiedervereinigung der beiden Teile Deutschlands an Verbindendem gewachsen ist. Aber er zeigt auch auf, wo weiterhin innere Grenzen, Fremdheit und gegenseitiges Nichtkennen vorherrschen.

Die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) möchte dem ein deutliches Signal entgegensetzen. Mit ihrer Jahresaktion 2003 lädt sie die rund 100.000 Kinder, Jugendliche und jungen Erwachsene ihres Verbandes ein, Deutschland und besonders die östlichen Bundesländer zu entdecken und in gemeinsamen Aktionen Kontakte zu knüpfen und Freundschaften zu vertiefen.

"grenzenlos1 – Flinke Hände, flinke Füße in ganz Deutschland“ – unter diesem Motto fand auch der längste Hike in der Geschichte der Bundesrepublik statt. In 78 Tagen machten sich Pfadfinderinnen und Pfadfinder aller Altersstufen auf den Weg durch 14 Bundesländer. Von Usedom bis zum Bodensee waren Gruppen aus allen Teilen Deutschlands gemeinsam unterwegs, neue Städte und Landschaften zu entdecken und die Menschen dort und ihre je eigene Kultur und Tradition kennen zu lernen. Die Begegnung von Kindern und Jugendlichen aus Osten und Westen, Norden und Süden der Republik ließ die Neugierde aneinander wachsen und neue Freundschaften entstehen.

Das ist der Weg, auf dem sich für uns die Einheit Deutschlands entwickelt. In den Kinder- und Jugendverbänden lernen junge Menschen nicht nur Demokratie und Gemeinschaft zu leben, das eigene Ich zu entdecken und zu selbstbewusster Eigenständigkeit heranzuwachsen. Die Verbände bieten die Chance, über den eigenen Kirchturm hinauszuschauen und den Reichtum des Miteinanders zu entdecken. Das gilt auch für das Miteinander verschiedener Kulturen und Religionen – und setzt damit wichtige Grundlagen für einen Frieden, der Grenzen überwindet und Mauern niederreißt.

Deshalb fordern wir alle Verantwortlichen in Politik und Kirche auf, die Arbeit der Jugendverbände weiter zu fördern und das ehrenamtliche Engagement von gut 20.000 Leiterinnen und Leitern allein in der DPSG zu unterstützen.

Gesellschaft wächst aus dem verantwortungsvollen Miteinander und dem Engagement füreinander. Hier setzen wir Zeichen aus der Botschaft des Evangeliums und der Verantwortung für die Gesellschaft heraus. Die weltweite Bewegung des Pfadfindertums bietet den Rahmen für ein Zusammenwachsen, das weit über die Grenzen Deutschlands hinausgeht.

Die DPSG setzt sich gemeinsam mit dem Verband christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP), dem Bund deutscher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BdP) und der Pfadfinderinnenschaft St. Georg (PSG) für den Aufbau neuer Pfadfindergruppen in den östlichen Bundesländern ein. Wo der Hike einen Anfang gesetzt hat, müssen nun weitere Taten folgen. Ein "Insider-Reiseführer“, erstellt von Pfadfinderinnen und Pfadfindern aus dem Osten, lädt zum Erkunden ein, finanzielle und personelle Unterstützung der neuen Gruppen ist nötig, um lebendiges Pfadfinderleben zu ermöglichen. Deutschland wächst zusammen – wir sind dabei!

Bundesvorstand der DPSG


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