Update Trier
Die Zukunft sind wir
Was Wölflingen wichtig ist:
Ausgangssituation:
Update - der Perspektiventwicklungsprozess. Die DPSG fragt ihre Mitglieder:
- Was beschäftigt euch am meisten im DPSG-Leben?
- Warum seid ihr Pfadfinderinnen und Pfadfinder?
- Warum engagiert ihr euch in einem katholischen Jugendverband?
- Welche Themen sind euch wichtig?
- Welche Meinung habt ihr dazu?
- Was muss sich in der DPSG verändern,damit sie weiterhin euer Verband ist?
Ziel des Prozesses:
Sich über einen Zeitraum von zwei Jahren eingehend mit dem zu beschäftigen, was die DPSG als Kinder- und Jugendverband ausmacht sich Zeit zu nehmen, Chancen des Engagements und Probleme zu diskutieren und den Verband weiterzuentwickeln einen gemeinsamen Weg im Gesamtverband zu gehen und am Ende gute Entscheidungen zur Weiterentwicklung zu treffen das zukünftige Profil der DPSG zu schärfen und dann zu schauen:
ob und wie die Ordnung des Verbandes verändert werden soll und wie die DPSG sich klar positionieren will zu Themen, Inhalt und ihrer pädagogischen Ausrichtung.
Auf diesem Hintergrund wurden Ende 2002 alle Wölflingsgruppenleiterinnen und Gruppenleiter in der Diözese Trier aufgefordert, spielerisch herauszufinden, was Wölflingen wichtig ist bzw. nach der Lebenswirklichkeit der Wölflinge zu fragen. Hier die Zusammenfassung bzw. die Bewertung der Rückläufe.
Bereich Schule:
- Kinder im Alter von 10-12 Jahren sehen sich unter einem enormen Leistungsdruck
- Kinder erleben ihre Eltern oft als genervt und gestresst
- Angst vor schlechten Noten
- Zu große und damit unruhige Klassen. Folge ist, dass ruhige Schüler oft „untergehen“ und „Klassenclowns“ das Sagen haben.
- Der Schulweg wird von vielen Kindern als stressig und kompliziert (überfüllte Busse, Verkehrsprobleme…) bezeichnet.
Bereich Freizeit:
Altersgemäß steht bei den Kindern das spielerische Element im Vordergrund. Neben dem freien Spiel, sind viele Kinder in Vereinen engagiert, wobei die Zugehörigkeit in einem Verein ganz stark vom jeweiligen Trainer bzw. Gruppenleiter (Respektperson) abhängig gemacht wird. Die Kinder erleben die Vereinsaktivitäten teilweise als „Freizeitstress“. „Leider haben viele Kinder so volle Terminkalender, bzw. so viele Hausaufgaben, dass ihnen kaum Zeit zum Spielen bleibt.“ (Anmerkung einer Gruppenleiterin) Läuft es in der Schule nicht gut, werden von den Eltern Sanktionen ausgesprochen, die oft die Beschneidung der Freizeit bedeuten. Ein Großteil der Kinder beschäftigt sich alleine mit Fernsehen, Gameboy, Nintendo oder PC. Mit Freunden zusammen spielen und der Austausch mit Familienmitgliedern ist für die Kinder ebenfalls sehr wichtig. Allerdings kommt letztgenanntes bei einigen Kindern zu kurz.
Bereich Gruppenstunde:
Ähnlich wie im Bereich Freizeit ist die Antriebsfeder zur Teilnahme an den Gruppenstunden das Spielen Austoben und Bewegen. Besonders Spaß machen Aktivitäten wie basteln, malen und werkeln. Freunde zu treffen steht ebenfalls hoch im Kurs. Für die Kinder ist es wichtig Bezugspersonen und feste Regeln zu haben. Besonders beliebt bei den Kindern sind Projekte, bei denen sie von Anfang an mitbestimmen können und wo zum Abschluss ein Ergebnis verbunden mit einem Fest, zu sehen ist. Als negativ erleben die Kinder Streitsituationen, und Störenfriede in den Gruppenstunden. Diesen Situationen wird durch Strafdienste und anderen Sanktionen entgegengewirkt. Ein kleiner Teil der Kinder kommt nicht freiwillig zur Gruppenstunde, sondern wird von den Eltern geschickt.
Anmerkung eines Leiters: Die Gruppen sind aufgrund von Leitermangel zu groß.
Bereich „der Abend zu Hause“
Fernsehen steht bei den Abendaktivitäten der Kinder an erster Stelle. Als positiv wird genannt, „dass man manchmal länger fernsehen darf“. Nicht selten wird das Abendessen vor dem Fernseher eingenommen. In vielen Familien laufen wenige „familiäre Aktivitäten“ am Abend, obwohl der Wunsch nach gemeinsamen Aktivitäten („Familiengefühl“)von den Kindern geäußert wird. Nur wenige Kinder verbringen die Abende spielend mit Geschwistern oder den Eltern.
Originalanmerkung Wölflingsgruppenleiterin: „Im Vorfeld haben wir mit den Eltern über den update-Prozess gesprochen und dabei festgestellt, dass die Erwartungen der Eltern an die Pfadfinderschaft höher ist, als die der Kinder. In vielen Gesprächen war zu erkennen, dass von den GruppenleiterInnen eine erzieherische Unterstützung und eine ausbildende Funktion erwartet wird. Allerdings sind in unserer Sippe auch sehr viele Eltern bereit, etwas zu tun. Das Glück hat nicht jede Sippe. Grundsätzlich fanden die Eltern diesen update-Prozess richtig und wichtig. Wobei wieder zu erkennen war, dass Natur, Zelten, Wandern, Lagerfeuer und solche Dinge wichtiger sind, wie Religion oder Politik.“
i.A. Hans-Werner Tonner

