Join the train(ing)
Vorstände besuchten über Neujahr den ersten Vorstände-WBK1. In Happach bei Freiburg verbrachten sie zehn Tage, um in einem Pilotprojekt ausgebildet zu werden. 17 Diözesan-, Bezirks- und Stammesvorstände aus den Diözesen Aachen, Essen, Hamburg, Regensburg, Speyer, Freiburg und Trier machten mit. Fünf Teamer aus dem Diözesanverband Freiburg kamen hinzu, der DV Freiburg wurde während der Bundesversammlung 2002 mit der Umsetzung des Pilotprojektes „Vorstände-WBK 1“ beauftragt.
„Ich habe an der Planung dieses WBKs ein Jahr lang mitgearbeitet“ erzählt Sonja Maushardt (ehem. Vorsitzende des DV Freiburg). Zu dieser Planung gehörten der Kennenlern-Hike zu Beginn und die Praxisbegleitung vor und nach dem Nachbereitungs-Wochenende.
Der Hike führt die Vorstände zum Platz vor dem Freiburger Münster. Von dort aus ging es ins Kloster von Todtmoos im Schwarzwald. Auf dem Weg zum Ziel des Hike beschäftigten sich die Vorstände mit Aufgaben und Anforderungen eines Vorstandes.
Bevor es mit der Arbeit an der Projektmethode losging, gab es eine Einführung in Präsentation und Moderation, sowie eine Einheit zu Aufgaben und Pflichten von Vorständen. „Ich kam mit der Erwartung hierher, nur einen WBK nach altem Stufen-Aufbau vorgesetzt zu bekommen. Ich war froh, dass uns auch praktisches Handwerkszeug weitergegeben wurde“ sagte Sarah Burger (Teilnehmerin, DV Freiburg).
In der zweiten Hälfte des Kurses befassten sich die Vorstände mit der Projektmethode. Eineinhalb Tage lang arbeiten vier Kleingruppen an Themen und Methoden für das WBK-Projekt. „Wir wollten etwas Vorstandsspezifisches machen, etwas mit Nachhaltigkeit und einmalig sollte es auch sein“, erzählte Eric Conde (teilnehmender Kurat DV Trier).
Verschiedene Interessensgruppen planten innerhalb von sieben Stunden nach der Entscheidungsphase gemeinsam den Ablauf von »Join the train(ing)«. Was braucht gute Vorstandsarbeit, war die Frage. Die Antwort: Gute und spezielle Ausbildung für Vorstände – als WBK und in Form von Arbeitshilfen.
An diesen Gedanken orientierte sich die Umsetzung des Projektes: Ein vier Meter langes Thesentransparent wurde erstellt. Das neue Ausbildungskonzept wurde nach Ansätzen für eine solche Ausbildung durchsucht und Möglichkeiten für einen WBK für Vorstände entdeckt. Ein Konzept zur bundesweiten Vernetzung von Wissen & Arbeitshilfen von und für Vorstände wurde erdacht und formuliert.
Die Thesen sollten weitergeben werden. Die Teilnehmer fuhren also ins Bundesamt, mit ihnen weitere Vorständen, die dem Aufruf „Join the train“ gefolgt waren. Bundeskurat Guido Huegen öffnete sein Ohr für das Anliegen der Vorstände. „Ihr kommt mit eurem Anliegen zur richtigen Zeit“ sagte Guido Huegen, als er das „Happacher Manifest“ überreicht bekam.
Für den ersten Vorstände-WBK
Conny Hatz, Tobias Jordans
Happacher Manifest (Auszug)
WBK I für Vorstände 28.12.2003 – 6.1.2004
Die Arbeit von Vorständen in der DPSG ist ein – in allen Belangen – eigenständiges Handlungsfeld.
Vorstandsarbeit ist nicht Kinder- und Jugendgruppenarbeit, sondern konzeptionelles Arbeiten mit Erwachsenen, das Leitungskompetenz erfordert.
Vorstände in der DPSG übernehmen und tragen Verantwortung für Sein und Werden des Verbandes in sich wandelnden gesellschaftlichen Kontexten.
- Das Angebot der Freizeitgestaltungsmöglichkeiten wird größer.
- Trends und Moden wechseln schneller.
- Attraktivität von Angeboten wird immer mehr zur Entscheidungsgrundlage für deren Annahme.
Die DPSG braucht auf allen Ebenen des Verbandes gut ausgebildete Vorstände, die in der Lage sind, die sie betreffenden Umstände und Situationen
- klar und strukturiert in den Blick zu nehmen.
- kompetent zu beurteilen und
- daraus angemessene und notwendige Handlungsschritte abzuleiten.
Erfolg in und bei der Arbeit macht zufrieden
- Vorstände
- MitarbeiterInnen
Zufriedenheit macht attraktiv
- die Arbeit
- Möglichkeiten der Mitarbeit und des Engagements
- das Angebot
Attraktive, weil erfolgreiche, weil kompetente und professionelle Arbeit braucht kompetente und professionelle "Arbeiter".
Kompetenz und Professionalität in der Arbeit gibt es nur durch entsprechende Ausbildung. Das gilt auch für Vorstandsarbeit in der DPSG!
Es ist notwendig, eine Woodbadge-Ausbildung für Vorstände in der DPSG zu etablieren, die der Ausbildung von profilierten Vorstandspersönlichkeiten dient!
Desweiteren wäre eine eigene Woodbadge-Ausbildung für Vorstände in der DPSG
- ein klares Zeichen der Wertschätzung der Arbeit von Vorständen.
- bedürfnis- und zielgruppenorientiert.
- nachhaltig und zukunftsorientiert.
Die Woodbadge-Ausbildung als höchstrangige Ausbildungsform in der Pfadfinderarbeit darf Vorständen nicht vorenthalten werden.
Darüber hinaus sollten schnellst möglich zeitgemäße Formen und Gelegenheiten der Vernetzung und des Austausches von Wissen und bestehenden Arbeitshilfen geschaffen werden. Diese bieten die Möglichkeit, Synergieeffekte nutzen zu können und dadurch eine kompetente und professionelle Vorstandsarbeit zu ermöglichen.
Happach, den 4. Januar 2004

